Historisches

Geschichte der Fried­höfe der evan­ge­lis­chen Kirchenge­meinde

St. Marien und St. Nico­lai zu Pase­walk

Der Fried­hof ist ein Begräb­nis­platz an dem die Ver­stor­be­nen mit einem religiösen oder weltlichen Rit­us bestat­tet wer­den. Der Fried­hof als let­zte Ruh­estätte von ver­stor­be­nen Fam­i­lien­ange­höri­gen ist der Ort des Trauerns und des Erin­nerns. Anstelle des Begriffes Fried­hof sind auch die Beze­ich­nun­gen Tote­nack­er, Gotte­sack­er, Leichen­hof oder Kirch­hof aus Ver­gan­gen­heit und Gegen­wart bekan­nt. Anla­gen, die in vorchristlich­er Zeit ent­standen sind, wer­den heute durch die Archäolo­gie meist als Gräber­felder oder Nekropolen beze­ich­net.

Die fol­gende, kurze Beschrei­bung kann nicht die Bedeu­tung der Fried­hof­s­geschichte in ihren zahlre­ichen Facetten erfassen. Wir möcht­en als evan­ge­lis­che Kirchenge­meinde Pase­walk nur über die in unser­er Gemeinde bekan­nte Entwick­lung der Fried­höfe der Stadt Pase­walk bericht­en.

Der Beginn der Chris­tian­isierung unseres Gebi­etes und die Her­aus­bil­dung der heuti­gen Stadt Pase­walk aus ein­er slaw­is­chen Ansied­lung an der Ueck­er sind eng miteinan­der ver­bun­den. Im Zuge der Errich­tung von Kirchen, Kapellen und Kloster­an­la­gen, aber auch christlichen Pil­ger­her­ber­gen und Armen­häuser ent­standen auf deren Gelände die einge­friede­ten Kirch­höfe. Aus der „Lither­atur“ und anderen Quellen zur Geschichte der Stadt Pase­walk ken­nen wir diese Gebäude und ihre Stan­dorte. So ist um 1240 in der Unter­stadt die Niko­laikirche als Feld­stein­bau ent­standen, der einen hölz­er­nen Vorgänger­bau erset­zte. Das sie umgebende Gelände wurde wurde der Kirch­hof. Die Größe des Gelän­des hat sich bis heute als Kirch­platz erhal­ten. Um 1250 ent­stand in der Ober­stadt die St. Marienkirche. Der sie umgebende Kirch­platz in sein­er eben­falls erhal­te­nen Ausdehnung/Größe wurde zum Fried­hof. Lediglich ein schmaler Streifen ent­lang der heuti­gen Schul­straße, zwis­chen Bau- u. Kaland­straße hat­te im Mit­te­lal­ter eine Häuserzeile mit Fach­w­erkhäusern. Dieser Sachver­halt wurde durch Aus­grabungsergeb­nisse der Stadtarchäolo­gie in den 1990-er Jahren bestätigt. Dies waren die bei­den großen, inner­städtis­chen Fried­höfe der dama­li­gen Kirchge­meinde. Dazu kamen weit­ere kleinere Begräb­nis­stät­ten auf dem Gelände des um 1277 gegrün­de­ten Dominikan­erk­losters. Begräb­nis­plätze gab es auch an den Hos­pitälern St. Spir­i­tus ein­schließlich der dort befind­lichen Heilig-Geist Kapelle, St. Georg und der St. Gertrud­skapelle. St. Spir­i­tus und St. Georg sind heute noch an ihren ursprünglichen Stan­dorten vorhan­den. Jedoch entspricht die heutige Anord­nung und das Ausse­hen der Gebäude nicht dem in ihrer Entste­hungszeit. In ein­er alten Quelle von 1779 wird zum Stan­dort der Heilig-Geist Kapelle geschrieben „Zwis­chen diesen bei­den Gebäu­den ste­het die ver­fal­l­ene und unbrauch­bare heilige Geistkirche, bey welch­er sich ein klein­er Kirch­hof für arme Leute befind­et.“ Mit den erwäh­n­ten „bei­den Gebäu­den“ ist das heutige alte Hos­pi­tal­ge­bäude und das bere­its beste­hende Haus 1 unmit­tel­bar an der Ück­er­straße neben dem damals vorhan­de­nen Anklamer/Jagowsches Tor, gemeint. Das sie umgebende Gelände mit den Begräb­nis­sen wurde in den nach­fol­gen­den Jahrhun­derten teil­weise über­baut. Das Dominikan­erk­loster, den Heili­gen Petrus und Paulus gewei­ht, erstreck­te sich im wesentlichen auf der Fläche die heute vom Bib­lio­theks­ge­bäude in der Grün­straße ein­schl. des Amts­gerichts an der Kloster­straße und im west­lichen Teil bis an die Stadt­mauer, also die heutige Ringstraße reichte. Hier wur­den 1924 bei Erdar­beit­en auf dem heuti­gen Bib­lio­theks­gelände, als auch beim Erweiterungs­bau des Amts­gericht­es nach 1990, die Begräb­nisse von Pestopfern aus dem Jahre 1710 gefun­den. Die Kapelle St. Gertrud befand sich vor dem Stet­tin­er Tor auf der recht­en Seite, ver­mut­lich hin­ter dem Ober­müh­len­te­ich. Das entspricht heute in etwa dem Stan­dort der griechis­chen Gast­stätte, der vor­ma­li­gen Schmiede der Fam­i­lie Thur­mann. Die Kapelle wurde 1492 und 1493 urkundlich erwäh­nt. Nach­dem 1720/21 Pase­walk zum Kön­i­gre­ich Preußen gehörte, wurde aus der Stadt eine Gar­ni­sion­sstadt. In diesem Zusam­men­hang ent­stand in der Großen Kirchen­straße ein Lazarettge­bäude, das spätere Bürg­er­heim und heutige Begeg­nungsstätte der Volkssol­i­dar­ität. Zu diesem Lazarett gehörte auch ein Lazaret­tfried­hof. Dieser befand sich, zusam­men mit Garten­gelände, neben und hin­ter dem Gebäude in Rich­tung Ring­mauer. Hier wur­den nur im Lazarett ver­stor­bene Sol­dat­en beerdigt. Höhere und adlige Offiziere beka­men ihr Begräb­nis auf dem Fried­hof der Gar­ni­sion­skirche St. Marien. Die bei­den großen Fried­höfe an den Kirchen St. Marien und St. Nico­lai waren für die Bewohn­er der Stadt bes­timmt. Die Fried­höfe der anderen kirch­lichen Ein­rich­tun­gen wur­den in der Regel von ihren Bewohn­ern bzw. Patien­ten belegt.

Aus his­torischen Quellen kön­nen wir ent­nehmen, dass die Fried­höfe sich nicht immer in einem guten Zus­tand befan­den. So wurde in einem Recess (schriftlich­er Vergleich/Vertrag) aus dem Jahr 1559, anlässlich ein­er vom Stet­tin­er Her­zog ange­ord­neten Vis­i­ta­tion, eine Einzäu­nung der Begräb­nis­plätze von St. Spir­i­tus und St. Georg sowie an der St. Gertrud Kapelle und dem Kloster ver­langt, damit die frei herum­laufend­en Hauss­chweine nicht immer die Leichen aus wühlten. Auch wird geschrieben, dass „.…Jugend und los­es Volk trieben hier des Nachts Mutwillen, man trug auf sie den Unrat der Häuser oder ließ auf ihnen das Vieh grasen“. An diesem Zus­tand scheint sich in den Fol­ge­jahren nichts verän­dert zu haben, denn im Recess von 1617 wird diese Forderung nochmals ein­dringlich wieder­holt. Außer­dem wird der Stadt­bevölkerung ange­dro­ht, dass auf den Fried­höfen vorge­fun­dene Vieh zu pfän­den und für die Ver­sorgung der Hos­pitäler und Armen zu ver­wen­den.

Das Kloster wurde im Zuge der Ref­or­ma­tion nach 1517 aufgelöst, die Kloster­an­lage ver­fiel und wurde zur Ruine. Der Begräb­nis­platz hat­te seine Funk­tion ver­loren. Der Gebäudekom­plex von St. Spir­i­tus und die Heilig-Geist Kapelle wur­den im 30-jähri­gen Krieg stark zer­stört und der Begräb­nis­platz nur noch eingeschränkt genutzt. Die wohl let­zte größere Inanspruch­nahme erfol­gte 1710 zur Bestat­tung der vie­len Pest­toten der Stadt. Ähn­lich erg­ing es 1657 im Schwedisch – Pol­nis­chen Erb­fol­gekrieg dem St. Georg Hos­pi­tal. Die St. Gertrud Kapelle wird im Recess 1559 let­zt­ma­lig erwäh­nt. Das bedeutet, dass die wesentlichen Begräb­nis­stät­ten für die städtis­che Bevölkerung zum Ende des 17. Jahrhun­derts die Fried­höfe um die Kirchen St. Nico­lai und St. Marien waren.

Geistliche Wür­den­träger sowie vornehme und ver­mö­gende Fam­i­lien kon­nten sich auch ein Begräb­nis im jew­eili­gen Kirchenge­bäude kaufen. So wur­den beim Wieder­auf­bau von St. Marien, bei Auss­chachtungsar­beit­en im Bere­ich der heuti­gen Win­terkirche, Reste von Bestat­tun­gen und Grab­plat­ten gefun­den. Eine fast voll­ständig erhal­tene Grab­plat­te ist im südlichen Seit­en­schiff zu besichti­gen. Aus deren Inschrift und sym­bol­is­ch­er Darstel­lung geht her­vor, dass es sich um einen 1598 ver­stor­be­nen ehe­ma­li­gen Bürg­er­meis­ter und Apothek­er der Stadt Pase­walk han­delt. Erst im Jahr 1808, mit der Ein­wei­hung des Alten Fried­hofes, fiel das Priv­i­leg in der Kirche beige­set­zt zu wer­den. Im „All­ge­meinen Lan­drecht für die preußis­chen Staat­en“ von 1794 ist fest­gelegt wor­den, dass inner­halb bewohn­ter Gebi­ete keine Leichen beerdigt wer­den dür­fen. Nach­dem Pase­walk 1720/21 preußisch gewor­den war, wurde die staatliche Verord­nung umge­set­zt und im Jahr 1808 der Fried­hof vor dem Pren­zlauer Tor geschaf­fen. Dem ging jedoch ein rund 50-jähriger Stre­it der Stadt Pase­walk mit dem Kon­sis­to­ri­um in Stet­tin voraus. 1754 erhielt die Stadt von dort die Auf­forderung geeignetes Gelände für einen Fried­hof außer­halb der Stadt vorzuschla­gen. Trotz­dem ges­tat­tete das Kon­sis­to­ri­um per Anord­nung noch am 18.02.1755 die Leichen ganz armer Per­so­n­en vorüberge­hend noch auf dem Fried­hof der Heilig-Geist Kapelle zu beerdi­gen. „So befehlen wir, auch die Kuh­len­gräber dahin zu instru­ieren.….“ Die noch um die bei­den Kirchen vorhan­de­nen Fried­hof­sareale wur­den zwis­chen 1850 und 1890 in wesentlichen Teilen abge­brochen und beräumt. Ein Kos­te­nan­schlag des Lan­des­baumeis­ters Kiek vom 10. 01. 1809 bein­hal­tet das Abtra­gen der Fried­hof­s­mauern. Die Mauer des Marienkirch­fried­hofes wird darin mit 1080 Fuß Länge, 6 Fuß Höhe und 1,5 Fuß Stärke angegeben. Die der Nico­laikirche von 492 Fuß Länge und gle­ich­er Dicke und Höhe wie bei St. Marien. So schreibt Hans von der Dollen in seinem Buch „Streifzüge durch Pom­mern“ von 1884 mit Bezug auf die St. Marienkirche „.….Auch der Boden des um die Kirche liegen­den Kirch­hofes wurde um mehrere Fuß tiefer gelegt, und die alten Fun­da­mente der Kirche dadurch wieder frei, sodaß sich nun auch der äußere Auf­bau der Kirche schlanker und schein­bar höher erhebt, umsomehr, da auch die alte Kirch­hof­s­mauer um die Kirche herum gefall­en ist, und die Kirche nun frei auf einem großen, schö­nen Platz ste­ht, nur umgeben von alten Lin­den­bäu­men, die schon früher auf dem Kirch­hofe standen und rauscht­en.“ An ihrer Stelle ent­standen offene, parkar­tige Plätze. Der vor dem Pren­zlauer Tor angelegte Fried­hof ist uns auch heute noch unter dem Begriff „Alter Fried­hof“ bekan­nt. Aus ein­er his­torischen Quelle über die Evan­ge­lisch-Reformierte Gemeinde zu Pase­walk kön­nen wir einem Bericht des dama­li­gen Hof­predi­gers Bauer­hahn fol­gen­des ent­nehmen. Er schreibt am 04.06.1814 an die Regierung „Während mein­er Amts­führung wurde der Begräb­nis­platz für die Stadt vor das Pren­zlauer Tor ver­legt und vom Kon­sis­to­ri­um am 20.10.1808 verord­net, daß von den reformierten und Mil­itär­le­ichen das gewöhn­liche Grabgeld zu erheben und der lutherischen Kirche zu berech­nen sei, damit diese wegen der Zin­sen des auf die Umle­gung des Begräb­nis­platzes zu ver­wen­den­den Kap­i­tals möchte gesichert wer­den. Es ist dabei der Mit­tel­satz von 12 Groschen für jedes Grab angenom­men wor­den; den Armen wird die Grab­stelle unent­geltlich gegeben.“

In ein­er anderen Quelle ist verze­ich­net, dass 1813 auf dem Fried­hof ein Mas­sen­grab für die franzö­sis­chen Sol­dat­en der in Ruß­land geschla­ge­nen Armee Napoleons „nahe der Mag­a­zin­sche­une“ aus­ge­hoben wurde. Mit „Mag­a­zin­sche­une“ ist jedoch das ehem. Mon­tierungs­ge­bäude in der Grün­straße, also die heutige Bib­lio­thek, gemeint und nicht der Alte Fried­hof. Das gesamte Fried­hof­sare­al war von ein­er Feld­stein­mauer umgeben deren Bekrö­nung aus hal­brun­den, roten Ziegelform­steinen in Mauer­bre­ite bestand. Längs der Pren­zlauer Straße ist sie mit dem Rest des ehe­ma­li­gen Ein­gangsportals bis heute erhal­ten. Auf diesem Fried­hof standen die für die Schinkelzeit typ­is­chen gußeis­er­nen Grabkreuze als auch die gußeis­er­nen Grabeinfassungen/Einzäunungen. Auch kleinere, mas­sive Mau­soleen waren vorhan­den. Daneben gab es Obelisken, Ste­len, kün­st­lerisch gestal­tete Urnen­grab­mäler und Fin­d­linge. Selb­st die innere Fläche der umgeben­den Fried­hof­s­mauer wurde zur Anbringung von Namen­stafeln für die davor befind­lichen Grab­stät­ten genutzt. Einzelne Gräber wur­den auf diesem Fried­hof bis in die 1950-er Jahre gepflegt. Mit der Ein­rich­tung des Fried­hofes wur­den auch gle­ich junge Bäume gepflanzt. Im Jahr 1830 gibt es dazu vom Toten­gräber eine Anzeige an den Mag­is­trat der Stadt Pase­walk

.….daß auf dem Begräb­nis­platz vor dem Pren­zlauer Tor mutwilliger­weise mehrere von den daselb­st angepflanzten Bäum­chen abge­hauen und wegge­tra­gen wor­den sind“. Das Gelände wurde zunächst mit einem hölz­er­nen Staketen­za­un umgeben. Die Mauer ent­stand ab 1824. Am Ende der Mit­te­lallee, am südlichen Rand, ent­stand 1836 ein Haus für den Todten­bettmeis­ter ein­schl. Stall­ge­bäude. Diese Gebäude sind bis heute erhal­ten und als Wohn­haus in Pri­vatbe­sitz. Aus dem Besich­ti­gung­spro­tokoll nach sein­er Fer­tig­stel­lung geht her­vor, dass es Woh­nung für 2 Todten­bettmeis­ter und ein Leichen­z­im­mer enthielt. Das gesamte Fried­hof­s­gelände ging zur DDR-Zeit, beim Bau der Umge­hungsstraße 1976, aus kirch­lichem in städtis­ches Eigentum(Volkseigentum) über.

Im Jahr 1824 wurde direkt im Anschluss an der Süd­mauer ein Fried­hof durch die jüdis­che Gemeinde angelegt, der bere­its 1824 und in Folge 1831 erweit­ert wurde. An den drei verbleiben­den, offe­nen Seit­en ist er eben­falls mit ein­er Feld­stein­mauer umgeben. Im Jahr 1927 wurde eine kleine Fried­hof­shalle gebaut, die genau im Ein­gangs­bere­ich stand. Mit Aus­nahme der Umfas­sungs­mauer wurde der Fried­hof während der NS-Zeit (09.11.1938) voll­ständig zer­stört. Es ist nur die Feld­stein­mauer und ein Gedenkstein aus den 1950-er Jahren zu besichti­gen. Heute ist der Lan­desver­band der jüdis­chen Gemeinde in Meck­len­burg-Vor­pom­mern Eigen­tümer des Fried­hofes. In dessen Auf­trag wird das Fried­hof­sare­al von der Stadt Pase­walk gepflegt. Im Jahr 1997 wurde eine neue Gedenk­tafel am restau­ri­erten Tor­ein­gang ange­bracht.

Der Fried­hof vor dem Pren­zlauer Tor, der Alte Fried­hof genan­nt, erwies sich aber sehr schnell in sein­er Größe als nicht aus­re­ichend. Obwohl er vor dem Pren­zlauer Tor, damals außer­halb des Stadtquartiers angelegt wurde, war er, durch die ständi­ge Erweiterung der Stadt­fläche um ihn herum, nicht erweiterungs­fähig. Es wurde bere­its 1892 der „Neue Fried­hof“ an der Stet­tin­er Chaussee geschaf­fen. Zunächst wur­den hier über­wiegend Kinder­gräber angelegt. Erbbe­gräb­nisse fan­den immer noch auf dem Alten Fried­hof statt. In ein­er Zeitungsno­tiz vom 29.01.1930 wird kurz darüber berichtet, dass dieses Fried­hof­s­gelände um 10 Mor­gen erweit­ert wird. In diesem Zusam­men­hang wird in der Zeitung von ein­er Erweiterung als parkar­tiger Anlage gesprochen, wie wir ihn aus heutiger Sicht ken­nen. Aus der Entste­hungsphase im Jahr 1892 gibt es in unserem Gemein­dearchiv die Orig­i­nalpläne ‚von denen ein Auss­chnitt in der ange­fügten Bilder­ga­lerie zu sehen ist. Diese Anlage ist heute der einzige, in Nutzung befind­liche Fried­hof der Stadt Pase­walk.

Im Jahr 1908 ist die Fried­hof­skapelle errichtet wor­den. Seit dem Jahr 2008, nach ein­er mehrjähri­gen Restau­rierungs- u. Instand­set­zungsphase, bietet sie das heutige Erschei­n­ungs­bild..

Auf diesem Fried­hof befind­en sich auch die Grabfelder und Gedenksteine zur Erin­nerung an die Opfer des 1. und 2. Weltkrieges. Das Fried­hof­s­gelände befind­et sich im Eigen­tum der evan­ge­lis­chen Kirchenge­meinde St. Marien und St. Nico­lai zu Pase­walk.

Die Arbeit auf den Fried­höfen wurde früher vom Toten­gräber ver­richtet. Beim Dominikan­erk­loster und bei den Hos­pitälern ist anzunehmen, dass die Mönche bzw. die Beschäftigten für diese Arbeit­en ver­ant­wortlich waren. Hierzu haben wir in den alten Quellen lei­der keine Aus­sagen gefun­den. Seit der Ein­rich­tung des Neuen Fried­hofes an der Stet­tin­er Chaussee gibt es dage­gen sehr genaue Angaben. Die speziell von der evan­ge­lis­chen Gemeinde dafür Beschäftigten tru­gen die offizielle Beze­ich­nung Todten­bettmeis­ter. Am 28.April 1892 hat sich als 1. Todten­bettmeis­ter Herr Vic­tor und als 2. Todten­bettmeis­ter Herr Müller einge­tra­gen.

Ihnen fol­gen ab April 1893 Johann Müller

ab Novem­ber 1906 Hein­rich Müller – dieser wurde mit der Ein­tra­gung

Fried­hofsver­wal­ter i.R. Am 03.02.1947 im

Alter von 78 Jahren beerdigt

ab Mai 1919 Hein­rich Müller

ab Jan­u­ar 1947 Wal­ter Seeger – er wurde am 04.06.1971 auf Wun­sch unter der

einzel­nen großen Eiche(Seegereiche) südlich des

Hauptein­ganges beige­set­zt

ab Novem­ber 1969 bis Juni 1989 Erhard Los­sow

ab Jan­u­ar 1990 bis Feb­ru­ar 1993 Renate Mißfeldt

ab 01.03.1993 gärt­ner­isch­er Leit­er und ab 01.01.2001 Fried­hofsver­wal­ter

Karl-Otto Zim­mer­mann

Nach dem Jahr 1945 find­en wir nur noch den Begriff Fried­hofsver­wal­ter vor. Jedoch wurde bis in die 1960-er Jahre umgangssprach­lich in unser­er Stadt oft auch die Beze­ich­nung Fried­hof­swärter ver­wen­det. In dieser Auf­stel­lung sind nur die jew­eils ver­ant­wortlichen Per­so­n­en benan­nt. Jed­er von ihnen hat­te, entsprechend den gegebe­nen Möglichkeit­en, weit­ere Mitar­beit­er um neben den Begräb­nis­sen die sehr aufwändi­gen, gärt­ner­ischen Pflegear­beit­en vornehmen zu kön­nen und für Sicher­heit und Ord­nung auf dem Fried­hof zu sor­gen. Daran hat sich bis heute nichts geän­dert.

Der Fried­hof ist heute der Begräb­nisort für jeden, der entsprechend den Bes­tim­mungen der gülti­gen Fried­hof­s­satzung hier beige­set­zt wer­den möchte.

S. Th.

 

Quel­len­verze­ich­nis:

Geschichte der Stadt Pase­walk von der ältesten bis auf die neue Zeit“
von Wolf­gang Brose

Ver­lag Dr. Hel­mut Maaß, Pase­walk 2016

S. 42 – 49

Kurz­er Abriss zur Geschichte der Pase­walk­er Fried­höfe“

von Wolf­gang Brose

unveröf­fentlicht­es Manuskript

Streifzüge durch Pom­mern“, Drittes Heft

von Hans von der Dollen

Ducherow 1884

her­aus­gegeben als Reprint

Ver­lag Dr. Hel­mut Maaß, Pase­walk 2017

S. 79

Kirchen­führer „St. Marienkirche zu Pase­walk“

Her­aus­ge­ber Fördervere­in zum Wieder­auf­bau der St. Marienkirche Pase­walk e.V.

1. Auflage 2008

S. 22

Nord­kuri­er vom 23.01.2017

S. 24

Kirchengeschichte von Pom­mern“ II. Band

von Hell­muth Hey­den

Ver­lag von Fis­ch­er & Schmidt, Stet­tin 1938

S. 87, S. 261 — 263

Geschichte der Franzö­sis­chen Kolonie und der Evan­ge­lisch-Reformierten

Gemeinde zu Pase­walk“

von Dr. Hans du Vinage

Son­der­druck aus den Baltischen Stu­di­en, her­aus­gegeben von der Gesellschaft für

Pom­mer­sche Geschichte und Alter­tum­skunde

Stet­tin 1926

S. 87

Geschichte des „Kürassier – Reg­i­ments Köni­gin (Pom­mer­sches) Nr. 2 „

        1. Theil 1717 – 1806

von Georg von Albedyll

Berlin 1896

Reprint Band 4 hrsg. v. d. Buch­hand­lung Evelin Maaß, Pase­walk 1997

Geschichte der Stadt Pase­walk“

von Ed. Hell­muth Frey­berg

In Com­mis­sion bei Eduard Köh­ler

Pase­walk 1847

S, 31, S. 33, 148, S. 151, S. 169, S. 302

Aus­führliche Beschrei­bung des Königl. Preußis­chen Her­zogth­ums

Vor = und Hin­ter = Pom­mern“

Erster Theil

her­aus­gegeben von Ludewig Wil­helm Brügge­mann

Stet­tin 1779

S. 171

Archiv der evan­ge­lis­chen Kirchenge­meinde St. Marien und St. Nico­lai zu Pase­walk

Bild­nach­weis:

Nord­kuri­er vom 23.01.2017

S. 24

Pase­walk­er Heimath­efte“ Band 2, Heft 2

her­aus­gegeben vom Rat des Kreis­es Pase­walk

Pase­walk 1957

S. 61

Die Rei­he Archiv­bilder Pase­walk“

Autorenteam

Sut­ton Ver­lag GmbH, Erfurt

        1. Auflage 1999S.20, S.35

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