Grüße zur Woche Laetare, 22. – 28. März 2020

von Jutta und Johannes Grashof, Pastoren


Jesus spricht: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.“ Johannes 12,24

So lautet unser Wochenspruch. In der aktuellen Situation klingen die guten Worte der Evangelisten so anders als sonst. Uns fällt ein, was wir in diesen Tagen von Virologen hören. Erst muss es noch schlimmer werden, die Fallzahlen müssen steigen, damit es dann besser wird. Die „Durchseuchung“ ist ein neues Wort im Sprachgebrauch. Sie muss gelenkt werden, damit das Gesundheitssystem nicht kollabiert. Auch das sind Sätze, die uns verwöhnten Bundesbürgern fremd erscheinen. Bei all den Informationen, bei aller Angst und aller Vorsicht hören wir die Bibelworte als persönliche Wegweisung. Das ist in der Regel auch richtig und gut. Doch in diesem Wort zur Woche redet Jesus von sich selbst. Er ist das Weizenkorn, das stirbt.

Wir sind in der Passionszeit, in der Zeit. In der Passionszeit denken wir über das Leben, das Leiden und das Sterben Jesu nach. Auch in Zeiten von Corona. Jesus bringt unser Leben wieder in Ordnung.
Er tut dies nicht ohne unsere Beteiligung.

Er bringt unser Leben in Ordnung, indem er uns zum Vorbild wird. Das Leben in Ordnung zu bringen, bedeutet oft Leiden oder Entbehrung, Abschied von Eigensinn und Egoismus. In dem Kirchenlied zum Wochenspruch heißt es: Liebe wächst wie Weizen und der Halm ist grün. Jesus leitet uns dazu an. So werden wir frei, uns einander zuzuwenden. Fürbitte halten und ein Licht anzünden.
Auch in Krisenzeiten gilt: Jesus lässt niemanden allein.

  1. Korn, das in die Erde, in den Tod versinkt, Keim, der aus dem Acker in den Morgen dringt – Liebe lebt auf, die längst erstorben schien: Liebe wächst wie Weizen, und ihr Halm ist grün.
  2. Über Gottes Liebe brach die Welt den Stab, wälzte ihren Felsen vor der Liebe Grab. Jesus ist tot. Wie sollte er noch fliehn? Liebe wächst wie Weizen, und ihr Halm ist grün.
  3. Im Gestein verloren Gottes Samenkorn, unser Herz gefangen in Gestrüpp und Dorn – hin ging die Nacht, der dritte Tag erschien: Liebe wächst wie Weizen, und ihr Halm ist grün.
    Evangelisches Gesangbuch 98; Text: Jürgen Henkys
    Seien Sie herzlich gegrüßt von